Montag, 9. September 2019

Im Denali Nationalpark


Von Fairbanks aus fuhren wir mit dem Zug Richtung Süden zum Denali Nationalpark. Als wir gebucht hatten wussten wir noch nicht, dass den Zug anscheinend nur Touristen benutzen, denn die ganze Fahrt über wurde alles, was es zu sehen gab kommentiert (wie bei uns diese Bus-Stadtrundfahrten)! :-)


Da es ja lange nicht so viele Städte und Ortschaften gibt wie bei uns, fährt man die meiste Zeit durch die Natur und kann die schöne Landschaft genießen. Auf unserer Strecke konnten wir Nadelwälder, Tundra, Flüsse, Berge und einmal eine Art Canyon bestaunen.




Denali, unser Ankunftsort direkt vor dem Parkeingang, besteht fast nur aus Hotels und Resorts, aber liegt sehr schön.


Wir wollten ein paar Nächte im Park campen und hatten Glück, noch einen der wenigen Plätze auf einem der Campgrounds zu erwischen. Im Hochsommer sind die Plätze wochenlang ausgebucht und auch jetzt war noch einiges los. Vorab mussten wir uns ein Video anschauen, in dem genau erklärt wurde, wie man sich beim Campen und vor allem im Umgang mit den Wildtieren zu verhalten hat. Gut zu wissen, wenn man im Bärengebiet wandern will... An unserem Campingplatz gab es überdachte Tische und Bänke zum Kochen (leider war kein Lagerfeuer erlaubt), ein Plumsklo und -wichtig!- bear-locker, in denen wir alles Essen und was sonst irgendwie interessant riechen könnte verstauen konnten.






Wir hatten Glück mit dem Wetter und nur am ersten Tag ein bisschen Regen, danach Sonne-Wolken-Mix. Trotzdem war es jetzt im September schon ziemlich kalt, v.a. weil oft ein frischer Wind wehte. So saßen wir - ähnlich wie auch schon bei unserer Kanutour in Kanada - oft in Daunenjacke mit Mütze und Handschuhen da.

In den Park selbst darf man nur die ersten paar Kilometer mit dem eigenen Auto fahren, danach geht es nur noch mit Bussen weiter. Es führt eine meilenlange Kiesstraße in den Park hinein. Wenn man einmal drin ist, kann man an jeder Stelle aussteigen, herumwandern und irgendwo an dieser Kiesstraße in einen anderen Bus wieder einsteigen. Eigentlich ein ganz cooles System und beim Warten auf den Bus sieht man schon mal das ein oder andere Tier über die Straße huschen.
Die meisten Touristen steigen allerdings nicht zum Wandern aus, sondern buchen eine "Wildlife-Tour", bleiben dann den ganzen Tag im Bus sitzen, besuchen das Visitor-Center und beobachten aus dem Bus heraus die Tiere in der Nähe. Sehr viele Parkbesucher waren Fotografen, die riesige Teleobjektive in den Armen hielten, stundenlang Bus fuhren und sobald ein Tier zu sehen war, hunderte von Fotos schossen... ;-)
Wir konnten mit unseren Handykameras da natürlich nicht ganz mithalten, werden Elch, Wolf und Grizzly aber trotzdem gut in Erinnerung behalten!




Anders als bei uns in Europa gibt es hier keine richtigen Wanderwege (mal abgesehen von ein paar kurzen Loops beim Visitorcenter). Man läuft stattdessen einfach querfeldein, ganz wo man möchte. Zur besseren Orientierung kann man an Flussbetten entlanglaufen oder auf bestimmte Fixpunkte zulaufen. Nicht vergessen, ständig Geräusche machen, reden und singen um keine Bären zu überraschen! :-)
Wir haben uns oft einen kleinen Gipfel vorgenommen, um die schöne Aussicht von oben genießen zu können.







Der Igloo Creek, gleich bei unserem Campground.


Der Denali (bis 2015 noch Mount McKinley) ist mit 6190m der höchste Gipfel Nordamerikas, Ziel vieler Bergsteiger und schon von weitem sehr beeindruckend.



Auf nach Fairbanks


Von Tok aus ging die Reise für uns Richtung Norden weiter nach Fairbanks, zur zweitgrößten Stadt Alaskas. Auch hier versuchten wir unser Glück per Anhalter.


Nach ca. einer Stunde wurden wir von zwei Amerikanern mitgenommen, die eigentlich aus North Carolina waren und hier in Alaska ihren Sohn für einige Zeit besuchten. Ihn und seine Freundin trafen wir kurze Zeit später bei einem Autorennen. Von Tok aus fuhren wir dann in zwei Trucks hintereinander den Highway entlang Richtung Fairbanks. Unterwegs hielten wir immer wieder mal an, um aus dem Auto heraus die Landschaft zu bestaunen oder ein anderes Mal, um in Northpole (ja, es gibt wirklich einen Ort, der so heißt) das Haus von Santa Claus und seine Rentiere anzuschauen... ;-)







In Fairbanks angekommen wollten wir uns eine günstige Unterkunft suchen, aber wir hatten nicht bedacht, dass viele Leute durch den Labour Day ein verlängertes Wochenende hatten und die Stadt dadurch sehr ausgebucht war.
Ganz spontan lud uns Mama Melody ein, doch bei ihrem Sohn CJ im Haus zu übernachten. Sein Mitbewohner war wohl erst ausgezogen und ein Zimmer war gerade leer. Perfekt für uns!

Am Abend durften wir mit der Familie mitkommen zu den Chena Hot Springs, super angenehmen heißen Quellen. Je nachdem in welcher Ecke des Pools man sich gerade befand wurde es mehr oder weniger heiß. Durch die Wärme, die bunten Lichter, den Sternenhimmel und am Ende sogar ein paar Nordlichtern war es eine superschöne Atmosphäre, die wir dank unseren meganetten Gastgebern erfahren durften!

Am nächsten Morgen fuhr uns Chris nach Downtown Fairbanks, wo wir gemütlich frühstückten, herumschlenderten und schließlich im Pioneer Park (Ansatzweise wie ein Freilichtmuseum) landeten, in dem Dank des Feiertags verschiedene Attraktionen waren, wie z.B. Livebands.



Am Abend wurden wir von unserem Gastgeber Chris und seinen Eltern noch zum Barbecue eingeladen. Mama Melody stand einige Stunden in der Küche und ihr Mann am Grill, um die vielen leckeren Köstlichkeiten zuzubereiten. Im Garten spielten wir dann noch ein paar Runden Cornhole, ein Wurfspiel bei dem man kleine Säckchen durch ein Loch in einem Holzbrett werfen muss. Gar nicht mal so leicht...



Auch die Familie von Chris Freundin Taylor durften wir kennenlernen. Wir haben uns mit allen gut unterhalten und uns gegenseitig viel von Alaska und Deutschland  erzählt. Wer weiß, vielleicht klappt es einmal mit einem Wiedersehen in Deutschland und wir gehen alle zusammen aufs Oktoberfest! :-)


Hey guys, thank you so much for everything! We had an awesome time at your place and enjoyed your company! It was great meeting you all! See you in Germany!! :-)

Mittwoch, 4. September 2019

Per Anhalter durch Alaska


Wir standen ungefähr eine Stunde am Fähranleger des Highways, bevor wir mitgenommen wurden. Wir sprachen viele RVs (sehr große Wohnmobile und Camper) an, doch viele hatten entweder keinen Platz (z.T. nur schwer nachvollziehbar bei diesen meterlangen Gefährten) oder Dogs in the back. Am Ende hatten wir Glück und zwei deutsche Mädels (Kathi und Andrea) die ein Jahr in Kanada für Work and Travel waren, nahmen uns in ihrem Mietwagen mit.



Der Top-Of-The-World Highway wird schnell zur Kiesstraße, die auf den Bergrücken entlang geht und immer wieder wunderschöne Ausblicke bietet. Mitten im Nirgendwo erreichten wir dann die US-Grenze, an der wir an einer kleinen Station unsere Fingerabdrücke abgeben mussten und die Officers viel Spaß mit uns Touris hatten (sonst ist da wohl eher wenig los...).


Mit Andrea und Kathi verstanden wir uns gut, und nachdem wir das selbe Ziel hatten (über den Ort 'Chicken nach Tok) teilten wir uns am Abend kurzerhand ein Motelzimmer zusammen.

In der Nacht hatten wir schon wieder mega Glück und konnten wunderschöne Nordlichter beobachten. Wir sahen sie schon am Ende unserer Paddeltour und in Dawson, aber hier leuchteten sie noch viel intensiver, meistens in neongrün. Ständig bewegten sie sich und auch die Intensität veränderte sich schnell. Zum Teil sah es so aus, wie wenn Sand schnell vom Wind verweht wird.





Samstag, 31. August 2019

Bye, bye, Canada


Unsere Zeit hier in Canada ist vorbei und wir müssen uns von unseren vier Mitreisenden verabschieden, die sich per Bus wieder zurück nach Whitehorse zum Flughafen aufmachen.
Für uns geht es weiter per Anhalter Richtung Alaska. Mal schauen, wie das klappt!
Von dort aus melden wir uns dann wieder, sobald wir die Gelegenheit haben.
Bis dann! :-)


Start in Dawson City



An der Fähre warten wir auf jemanden, der uns auf den Top-Of-The-World-Highway mitnimmt bis Alaska.


Dawson City


Yeah, nach 18 Tagen haben wir nun Dawson erreicht. Wir freuen uns über richtige Betten und warme Duschen im Bunkhouse.

Aber Dawson hat natürlich noch anderes zu bieten. Zwar ist die Hochzeit mit 30.000 Einwohnern längst vorbei, aber der Charme der Goldgräberstadt ist erhalten geblieben. Es gibt jede Menge Shops, Restaurants und Bars, in denen man sich nach wie vor vergnügen kann.

In den drei Tagen, die wir hier verbracht haben, haben wir uns die berühmt-berüchtigten Orte natürlich noch genauer angeschaut! :-)

Hier waren wir in Diamond Tooth Gerties, einer Mischung aus Showtheater, Casino und Bar. Einmal Eintritt bezahlt kann man so oft kommen wie man möchte und dreimal täglich Shows anschauen.


Die glücklichen Blackjack-Gewinner:




Eine Tour zur historischen Dredge No. 4 musste natürlich auch sein. Alle D-MAX Fans kamen da voll auf ihre Kosten, noch dazu hat uns der Goldminenbesitzer David höchstpersönlich zur Dredge gefahren und uns unterwegs gezeigt, wo seine Familie überall schon nach Gold gegraben hat. Für alle Nicht-DMAX-Schauer: Eine Dregde kann man sich vorstellen wie einen schwimmenden Gold-Bagger, der vorne Steine und Felsbrocken aus dem Fluss schaufelt, innen das Gold herauswäscht und hinten das Gestein wieder ausspuckt.



Stimmung im Kanu und auf dem Fluss


Hier ein paar Eindrücke unserer Weiterfahrt.


  
Ein kalter Tag, aber kein Wind. Perfekt, um sich in der Mittagspause ein paar Kilometer in der Strömung treiben zu lassen. Unsere drei Kanus zum Floß verbunden lag das mittlere Kanu so stabil im Wasser, dass wir sogar Nudeln während der Fahrt kochen konnten.



Zu Beginn zelteten wir oft am bewaldeten Ufer zwischen Bäumen. Gegen Ende verläuft der Fluss so breit (locker über ein km) und jedes Jahr ein bisschen anders, sodass die Ufer oft sehr ausgewaschen waren und wir lieber auf Kiesbänken zelteten. Wenn es ging, richteten wir die Feuerstelle ein paar Meter weit weg ein, man will ja keine Tiere anlocken... ;-)



Morgens beim Sonnenaufgang lag oft dichter Nebel über dem Fluss. Tolle Stimmung, aber oft saukalt.



Überall kann man sehen, wie der Fluss arbeitet. Auf der einen Seite wird das Ufer ausgewaschen, abgetragen und Bäume fallen ins Wasser. Auf der anderen Seite schwemmt es Holz an, Schlamm und Kies sammelt sich an, die ersten Pflanzen wachsen auf der Kiesbank und schon ist wieder eine neue Insel entstanden.
Das geht wohl so schnell, da kommt nicht mal Google Maps ganz hinterher... ;-)



Kurz vor Dawson kommt der White River in den Yukon. An dieser Stelle kletterten wir ein paar Meter hinauf um einen Blick auf das Delte des White Rivers zu erhaschen. Man konnte super sehen, wie das weiße, schlammig wirkende Wasser (Vulkanasche) sich mit dem klaren Wasser des Yukons vermischt.



Durch die langen Abende und Sonnenuntergänge hatten wir oft eine super Abendstimmung mit tollem Licht.






Robert versuchte sein Glück immer wieder mal beim Goldwaschen. Geglitzert hat es ja an vielen Stellen, aber das war wohl alles nur Quarz...