Von Fairbanks aus fuhren wir mit dem Zug Richtung Süden zum Denali Nationalpark. Als wir gebucht hatten wussten wir noch nicht, dass den Zug anscheinend nur Touristen benutzen, denn die ganze Fahrt über wurde alles, was es zu sehen gab kommentiert (wie bei uns diese Bus-Stadtrundfahrten)! :-)
Da es ja lange nicht so viele Städte und Ortschaften gibt wie bei uns, fährt man die meiste Zeit durch die Natur und kann die schöne Landschaft genießen. Auf unserer Strecke konnten wir Nadelwälder, Tundra, Flüsse, Berge und einmal eine Art Canyon bestaunen.
Denali, unser Ankunftsort direkt vor dem Parkeingang, besteht fast nur aus Hotels und Resorts, aber liegt sehr schön.
Wir wollten ein paar Nächte im Park campen und hatten Glück, noch einen der wenigen Plätze auf einem der Campgrounds zu erwischen. Im Hochsommer sind die Plätze wochenlang ausgebucht und auch jetzt war noch einiges los. Vorab mussten wir uns ein Video anschauen, in dem genau erklärt wurde, wie man sich beim Campen und vor allem im Umgang mit den Wildtieren zu verhalten hat. Gut zu wissen, wenn man im Bärengebiet wandern will... An unserem Campingplatz gab es überdachte Tische und Bänke zum Kochen (leider war kein Lagerfeuer erlaubt), ein Plumsklo und -wichtig!- bear-locker, in denen wir alles Essen und was sonst irgendwie interessant riechen könnte verstauen konnten.
Wir hatten Glück mit dem Wetter und nur am ersten Tag ein bisschen Regen, danach Sonne-Wolken-Mix. Trotzdem war es jetzt im September schon ziemlich kalt, v.a. weil oft ein frischer Wind wehte. So saßen wir - ähnlich wie auch schon bei unserer Kanutour in Kanada - oft in Daunenjacke mit Mütze und Handschuhen da.
In den Park selbst darf man nur die ersten paar Kilometer mit dem eigenen Auto fahren, danach geht es nur noch mit Bussen weiter. Es führt eine meilenlange Kiesstraße in den Park hinein. Wenn man einmal drin ist, kann man an jeder Stelle aussteigen, herumwandern und irgendwo an dieser Kiesstraße in einen anderen Bus wieder einsteigen. Eigentlich ein ganz cooles System und beim Warten auf den Bus sieht man schon mal das ein oder andere Tier über die Straße huschen.
Die meisten Touristen steigen allerdings nicht zum Wandern aus, sondern buchen eine "Wildlife-Tour", bleiben dann den ganzen Tag im Bus sitzen, besuchen das Visitor-Center und beobachten aus dem Bus heraus die Tiere in der Nähe. Sehr viele Parkbesucher waren Fotografen, die riesige Teleobjektive in den Armen hielten, stundenlang Bus fuhren und sobald ein Tier zu sehen war, hunderte von Fotos schossen... ;-)
Wir konnten mit unseren Handykameras da natürlich nicht ganz mithalten, werden Elch, Wolf und Grizzly aber trotzdem gut in Erinnerung behalten!
Anders als bei uns in Europa gibt es hier keine richtigen Wanderwege (mal abgesehen von ein paar kurzen Loops beim Visitorcenter). Man läuft stattdessen einfach querfeldein, ganz wo man möchte. Zur besseren Orientierung kann man an Flussbetten entlanglaufen oder auf bestimmte Fixpunkte zulaufen. Nicht vergessen, ständig Geräusche machen, reden und singen um keine Bären zu überraschen! :-)
Wir haben uns oft einen kleinen Gipfel vorgenommen, um die schöne Aussicht von oben genießen zu können.
Der Igloo Creek, gleich bei unserem Campground.
Der Denali (bis 2015 noch Mount McKinley) ist mit 6190m der höchste Gipfel Nordamerikas, Ziel vieler Bergsteiger und schon von weitem sehr beeindruckend.



















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